Landeinteilung und Landung

Vielleicht ist ja gerade die Einfachheit der Landung mit dem RC-Paraglider der Grund für die Häufigkeit von abrupten, unsanften und den Landeplatz verpassten Landungen. Wichtig ist dass frühzeitig, bereits beim Anflug des ausgesuchten Landplatzes, die Landeverhältnisse gecheckt werden und der Landeanflug darauf abgestimmt wird.

Besonders bei schwierigeren Bedingungen (stärkerer Wind, thermischer Einfluss, anspruchsvoller Landeplatz) muss der Pilot einen Plan im Kopf haben. Wie soll er seine Landung einteilen und ausführen. Typisch dabei die folgende Situation: Der Pilot merkt zu spät, dass erhöhtes Sinken im Endanflug rasch in Bodennähe führt. Jetzt muss noch in den Wind gedreht werden. Die Kurve erfolgt mit hoher Schräglage, es muss ja schnell gehen. Oft erfolgt der Aufprall auf dem Boden in der Kurve. Die Arme unser Pilotenpuppen und insbesondere die Servo’s mögen das nicht wirklich.

Um solche oder ähnliche Situationen zu vermeiden, gibt es nur ein Rezept: Üben, Üben, Üben….. Dann bleibt der Landeort nämlich kein Zufallsergebnis. Und die Frage der Zuschauer am Landeplatz: „Kann man denn das Ding auch steuern“, bleiben dann auch aus 🙂

Noch ein Tipp. Den Landeanflug lieber etwas höher ansetzen als notwendig, das Zuviel an Höhe kann im Endanflug problemlos abgebaut werden. Die Auswirkung eines zu niedrig angesetzten Landeanflugs sind häufig zu beobachten. Ein Kreis zuviel in der Hektik, Hudelei, enge Kurven mit viel Schräglage sind oft die Folge.

Der umgekehrte Fall ist ebenfalls nicht selten. Zu hoch in den Endanflug, vielleicht noch ein, zwei Heber, dem Wind sei es gedankt und der Landepunkt wird in mehreren Meter Höhe überflogen. Lieber frühzeitig noch eine Drehung fliegen und so Höhe abbauen. Auch hier gilt die Regel: Üben, Üben, Üben…..

Endanflug

Der eigentliche Landevorgang geht oft dann schief, wenn der Pilot bereits die Landeeinteilung versiebt. Eine der häufigsten Ursachen für harte Landungen ist ein zu kurzer, weil zu niedrig angesetzter Endanflug.

Heber

Wichtig ist, dass man auch bei Thermikablösungen im Endanflug aktiv fliegt. Ein häufiger Fehler ist, dass Heber „mitgenommen“ werden, d.h. der Pilot bremst sein Modell an. Dadurch verringern sich Horizontal- und Vertikalgeschwindigkeit und die Thermik wird unbeabsichtigt voll ausgeflogen. Die Folge ist häufig, dass es den Schirm weit über den Landepunkt trägt. Richtig wäre es, den Schirm durch Lösen der Bremsen zu beschleunigen um die Ablösung möglichst schnell mit höherem Sinken zu durchfliegen.

Landung

Viele Piloten haben mit den etwas schnelleren Schirmen bei wenig Wind Probleme, bei der Landung genügend Fahrt herauszunehmen um weich aufzusetzen. Mit der früher üblichen Landetechnik erfolgt die Landung relativ hart und mit zu hoher Horizontal- und Vertikalgeschwindigkeit. Wer in 1-2 Metern Höhe beginnt, die Bremsen allmählich immer weiter durch zuziehen, hat im Idealfall beim Aufsetzen eine zügige Vorwärtsfahrt und ein sportliches Sinken. Zuviel für eine softe Landung und häufig purzelt die Gondel mehrere Male durch alle Leinen…frohes entwirren ist dann angesagt.

Die „ausgeflogene“ Landung

Aus dem sauberen und ruhigen Endanflug wird der Boden mit redzierter Geschwindigkeit (sanfter Bremseinsatz nur bei Bedarf) angeflogen. Etwa 0.5 Meter über Grund werden beide Steuerleinen zügig bis etwa zur Einstellung des geringsten Sinkens gezogen und dort gehalten. Mit diesem Anbremsen wird die Horizontalgeschwindigkeit deutlich verringert. Der leichte Pendeleffekt sorgt zusätzlich dafür, dass der Schirm nur noch minimal sinkt, kurzzeitig bodenparallel gleitet. Unmittelbar vor der Bodenberührung wird die Bremse vollständig durchgezogen. Das Aufsetzen erfolgt sehr sanft und einer Vorwärtsfahrt gegen 0 km/h.

Zügig anfliegen, Abfangen, Ausgleiten, Durchbremsen ist die ideale Landetechnik bei wenig Wind.

 

Nachfolgend noch zwei Beispiele von gut eingeteilten „Handlandungen“. Solche Landungen in die Hand sollen erst ins Auge gefasst werden wenn eine saubere und zielgerichtete Landung kein Zufallsprodukt mehr ist!

Also vorher Üben, Üben, Üben!


Andy

Geboren 1968, Interessiert an RC-Paragliding, Kulinarischen und Oenologischen GenĂĽssen, IT allgemein

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